Am CERN arbeiten tausende Forscher an riesigen Mengen an Dokumenten, die über unzählige unterschiedliche, unverbundene Computersysteme verstreut sind. Du hast eine Idee: ein System aus verknüpften Dokumenten, das über das gesamte Institut hinweg funktioniert — ein "Hypertext"-System.
Dein Vorgesetzter reagiert weder mit klarer Ablehnung noch mit Begeisterung — nur mit einer knappen, zweideutigen Randnotiz auf deinem Vorschlag.
Am 30. April 1993 gab CERN die komplette Technologie des World Wide Web royaltyfrei in die Öffentlichkeit — ein Dokument, das den entscheidenden Unterschied zu konkurrierenden, proprietären Hypertext-Systemen der Zeit ausmachte. Ohne diese offene Freigabe hätte sich das Web vermutlich nie so schnell und unkontrolliert weltweit verbreitet.
Diese Entscheidung geht maßgeblich auf den Informatiker Tim Berners-Lee zurück, der das System 1989 am CERN vorschlug und in den folgenden Jahren entwickelte. Er gründete später das World Wide Web Consortium (W3C) zur Pflege offener Webstandards und wurde 2004 zum Ritter geschlagen.
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