Histogramm ← Alle Histogramme
Berlin, 1938
Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie

Ein Brief aus Berlin beschreibt ein Ergebnis, das keiner erklären kann.
Du findest die Antwort auf einem Spaziergang im Schnee.

Tag
Moment 1 · Die Flucht Berlin, Juli 1938

Über dreißig Jahre hast du am Kaiser-Wilhelm-Institut geforscht, gemeinsam mit Otto Hahn zur Radioaktivität. Als Österreicherin konntest du in Nazi-Deutschland bislang trotz jüdischer Herkunft bleiben — bis der "Anschluss" Österreichs im März 1938 diesen Schutz zunichtemacht. Du bist jetzt eine deutsche Jüdin, mit allem, was das unter den Nürnberger Gesetzen bedeutet.

Ein offizieller Ausreiseantrag würde Wochen dauern und könnte abgelehnt werden — oder schlimmeres auslösen. Niederländische Kollegen bieten an, dir zu helfen, unauffällig über die Grenze zu kommen.

Deine Rolle Lise Meitner, Physikerin
Deine Entscheidung
Wähle eine Option
So hat die Welt entschieden — Moment 1

Stockholm, 1944 · 1997
Der Nobelpreis ging an Hahn allein.

1944 erhielt Otto Hahn den Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung — allein. Meitner, deren physikalische Deutung die Entdeckung überhaupt erst verständlich machte, wurde trotz mehrfacher Nominierung nie ausgezeichnet. Viele Historiker und Physiker sehen darin bis heute eine der bekanntesten Fehlentscheidungen der Nobelpreis-Geschichte.

Meitner lehnte später eine Einladung zur Mitarbeit am amerikanischen Atombombenprojekt ab — sie wollte, wie sie sagte, nichts mit einer Bombe zu tun haben. 1997 wurde Element 109 ihr zu Ehren "Meitnerium" genannt — eines von sehr wenigen chemischen Elementen, die nach einer nicht-mythologischen Frau benannt sind.

Mehr zu Lise Meitner auf Wikipedia →

Weitere Histogramme → Übersicht