Du bist Tänzerin, Schauspielerin und seit deinem Regiedebüt eine gefeierte Filmemacherin. Letztes Jahr hast du bereits einen ersten Film über den Reichsparteitag gedreht — technisch unbefriedigend, findest du selbst. Jetzt bietet Hitler dir persönlich den nächsten Auftrag an: ein weit größeres, ambitionierteres Werk über den Reichsparteitag im September in Nürnberg.
Du hast bisher vor allem unpolitische Spielfilme gedreht, Bergfilme, in denen du selbst als Darstellerin brillierst. Ein Propagandaauftrag dieser Größenordnung würde dich enger an das Regime binden, als du es bisher warst — aber auch künstlerische und technische Möglichkeiten eröffnen, von denen andere Regisseure nur träumen können.
Hitler wartet auf deine Antwort.
ohne je strafrechtlich für ihre Rolle im NS-Regime belangt worden zu sein.
Nach dem Krieg drehte Riefenstahl keinen abendfüllenden Spielfilm mehr. Sie arbeitete stattdessen jahrzehntelang als Fotografin, unter anderem über die Nuba im Sudan, und ließ sich im hohen Alter noch als Sporttaucherin zertifizieren. Ihr Nachlass — über 700 Kisten mit Fotos, Filmen und Tagebüchern — wird bis heute von Historikern ausgewertet; 2024 erschien mit "Riefenstahl" ein vielbeachteter Dokumentarfilm, der ihre über Jahrzehnte gepflegte Selbstdarstellung als rein unpolitische Künstlerin anhand dieses Materials infrage stellt.
Besonders ihre Rolle beim Massaker von Końskie bleibt bis heute Gegenstand historischer Debatte: Handelte sie als entsetzte Zeugin, die sich distanzierte — oder trug ihre eigene Regieanweisung ungewollt zur Eskalation der Panik bei, die dem Massaker vorausging? Beide Lesarten stützen sich auf zeitgenössische Quellen; keine gilt als abschließend bewiesen.
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