Ein Bus, in dem du saßest, kollidierte mit einer Straßenbahn. Eine Metallstange durchbohrte deinen Unterleib, deine Wirbelsäule brach an drei Stellen, dein rechtes Bein an elf. Du bist 18. Die Ärzte waren sich zunächst nicht sicher, ob du überleben würdest — dann, ob du je wieder laufen könntest.
Monatelang liegst du im Gipskorsett. Deine Eltern lassen dir eine spezielle Staffelei bauen, die über dem Bett montiert wird, und einen Spiegel darüber anbringen — damit du, falls du malen willst, wenigstens ein Motiv hast: dich selbst.
Frida Kahlo durchlief über ihr Leben mehr als 30 Operationen. 1953 wurde ihr rechtes Bein wegen Wundbrand amputiert. Von rund 150 Gemälden sind etwa ein Drittel Selbstporträts — direkte Folge jenes ersten Spiegels über dem Krankenbett von 1925.
Sie starb 1954, offiziell an einer Lungenembolie. Diego Rivera blieb bis zu ihrem Tod an ihrer Seite. Heute gilt sie als eine der einflussreichsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts — gerade wegen der Themen, die vor ihr als zu privat für die Kunst galten.
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