Claire Zachanassian, einst arme junge Frau aus Güllen, kehrt als eine der reichsten Menschen der Welt in ihre verarmte Heimatstadt zurück. Vor der versammelten Stadt macht sie ein Angebot: eine Milliarde, für die Stadt und jeden einzelnen Bürger — unter einer Bedingung. Jemand muss Alfred Ill töten, den Mann, der sie vor Jahrzehnten schwängerte, die Vaterschaft leugnete und mit gekauften Zeugen verleumdete.
Die Stadt ist entsetzt. Noch.
In Dürrenmatts Stück nimmt die Stadt das Geld an, nachdem Ill tot ist — offiziell "aus Trauer", tatsächlich reich. Keine einzelne Abstimmung, kein expliziter Beschluss hat je stattgefunden. Genau das ist die Pointe der "Tragikomödie", wie Dürrenmatt sie selbst nannte: Niemand muss sich schuldig fühlen, wenn sich Schuld auf viele kleine, scheinbar harmlose Schritte verteilt.
Das Stück, uraufgeführt 1956 in Zürich, gilt bis heute als eine der schärfsten literarischen Untersuchungen darüber, wie käuflich Prinzipien werden, wenn der Preis nur hoch genug ist.
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