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Hollywood, 1939
Charlie Chaplin Studios

Kein Studio will einen Hitler-Film machen.
Du finanzierst ihn selbst — mit deinem eigenen Gesicht als Waffe.

Tag
Moment 1 · Der Entschluss Hollywood, Herbst 1939

Sechs Tage nach Kriegsbeginn beginnst du mit den Dreharbeiten zu einem Film, den kein großes Studio machen wollte. Die USA sind offiziell neutral, pflegen noch Handelsbeziehungen zu Nazi-Deutschland. MGM-Chef Louis B. Mayer hat deutschen Behörden sogar ein Mitspracherecht über Filminhalte eingeräumt, um den Zugang zum deutschen Markt nicht zu gefährden.

Du hast eine seltsame Gemeinsamkeit mit dem Mann, den du parodieren willst: Ihr wurdet im selben Monat desselben Jahres geboren, vier Tage auseinander, beide aus ärmlichen Verhältnissen, beide mit demselben Oberlippenbart. Diese Ähnlichkeit willst du nutzen, nicht verstecken.

Ohne Studio hinter dir bedeutet das: das komplette finanzielle Risiko liegt bei dir persönlich.

Deine Rolle Charlie Chaplin, Regisseur und Hauptdarsteller
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So hat die Welt entschieden — Moment 1

New York, 15. Oktober 1940
Hitler ließ sich den Film zweimal vorführen.

"Der große Diktator" feierte am 15. Oktober 1940 Premiere und wurde Chaplins kommerziell erfolgreichster Film. Nach Berichten aus Hitlers Umfeld ließ sich der Diktator den Film privat zweimal in seinem eigenen Kino vorführen — obwohl Chaplins Werke in Deutschland verboten waren, weil NS-Propaganda ihn fälschlich als jüdisch bezeichnete.

Jahre später, als das volle Ausmaß der Vernichtungslager bekannt wurde, sagte Chaplin, er hätte den Film nicht als Komödie gemacht, hätte er damals gewusst, was er später erfuhr. In den 1950er-Jahren geriet er selbst ins Visier antikommunistischer Ermittlungen in den USA; 1952 wurde ihm die Wiedereinreise verweigert, er lebte bis zu seinem Tod 1977 in der Schweiz.

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