Du bist Boxweltmeister im Schwergewicht, seit 1964 Mitglied der Nation of Islam, hast deinen Namen von Cassius Clay in Muhammad Ali geändert. Bisher galtest du für den Wehrdienst als untauglich — ein Intelligenztest hatte dich als nicht ausreichend qualifiziert eingestuft. Jetzt hat sich das geändert: Deine Einstufung wurde auf "wehrpflichtig" korrigiert.
Reporter erwarten von dir eine Stellungnahme. Der Krieg in Vietnam eskaliert; über deine Haltung dazu hast du bislang öffentlich geschwiegen.
Die Mikrofone warten.
Er starb als einer der meistverehrten Sportler der Geschichte.
Die dreieinhalb Jahre Sperre kosteten Ali einen erheblichen Teil seiner sportlichen Bestzeit — bis heute wird darüber diskutiert, wie viele weitere Titelkämpfe und Rekorde er in dieser Zeit hätte bestreiten können. 1971 verlor er sein Comeback gegen Joe Frazier im "Kampf des Jahrhunderts", gewann aber 1974 im legendären "Rumble in the Jungle" gegen George Foreman den Weltmeistertitel zurück.
Der Mann, der 1967 als "Vaterlandsverräter" beschimpft wurde, entzündete 1996 das olympische Feuer bei den Spielen in Atlanta — inzwischen sichtbar von Parkinson gezeichnet — und wurde zu einer der verehrtesten Figuren der amerikanischen Geschichte. Sein Satz, kein Vietcong habe ihn je mit einem rassistischen Schimpfwort belegt, gilt bis heute als einer der prägnantesten Sätze der Bürgerrechtsbewegung.
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