Du kommst aus dem Urlaub zurück ins Labor. Eine deiner Bakterienkulturen, die du unbedeckt stehen gelassen hattest, ist mit Schimmel verunreinigt — der übliche Anblick eines missglückten Experiments. Aber etwas fällt dir auf: Rund um den Schimmelpilz sind die Bakterien abgestorben.
Der naheliegende, routinemäßige Griff wäre, die Schale wegzuwerfen und das Experiment neu anzusetzen.
1945 erhielten Fleming, Florey und Chain gemeinsam den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung und Entwicklung von Penicillin — dem ersten in großem Maßstab hergestellten Antibiotikum, das während des Zweiten Weltkriegs unzählige Leben rettete.
Zwischen Flemings ursprünglicher Beobachtung 1928 und der klinischen Nutzbarkeit lagen über zehn Jahre — eine Lücke, die bis heute als Beispiel dafür diskutiert wird, wie schwer sich eine vielversprechende Entdeckung manchmal in eine nutzbare Behandlung übersetzen lässt, selbst wenn das grundlegende Prinzip längst bekannt ist.
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